NICO – die versteckte Kieferentzündung hinter chronischen Schmerzen
Wie tote Knochenareale im Kiefer unbemerkt den ganzen Körper belasten – und was wir in Düsseldorf dagegen tun
Es gibt Patienten, die jahrelang von Arzt zu Arzt gehen: chronische Gesichtsschmerzen, Migräne, ein dumpfer Druck im Kiefer – und auf jedem Röntgenbild sieht alles „unauffällig“ aus. Als ganzheitlich-biologisch orientierter Zahnarzt stoße ich in solchen Fällen immer wieder auf dieselbe verborgene Ursache: NICO, eine schleichende Entzündung im Kieferknochen, die mit normaler Diagnostik kaum zu finden ist.
Was ist NICO?
NICO steht für Neuralgia Inducing Cavitational Osteonecrosis – auf Deutsch etwa: „Neuralgie auslösende, Hohlräume bildende Knochennekrose“. Vereinfacht gesagt handelt es sich um die Kiefer-Variante einer ischämischen Osteonekrose: Ein Knochenareal wird schlecht durchblutet, das Knochenmark stirbt teilweise ab, und es bildet sich eine Art „trockene Fäulnis“ mit Hohlräumen im Kieferknochen.
Dieselbe Erkrankung kann jeden Knochen befallen – am häufigsten Hüfte, Knie und eben die Kiefer. Auffällig: Rund vier von fünf Betroffenen haben eine latente Neigung zu Gerinnungsstörungen, die die Durchblutung des Knochenmarks zusätzlich behindert.
Schmerz oder kein Schmerz – das ist die Tücke
Zwei Punkte sind mir besonders wichtig, weil sie so oft missverstanden werden:
- NICO kann schmerzhaft sein – oder völlig schmerzlos. Ein stiller Herd ist deshalb nicht harmlos.
- Die Stärke der Beschwerden sagt nichts über das Ausmaß der Zerstörung aus. Heftige Neuralgien können bei kleinen Arealen auftreten, große Hohlräume dagegen unbemerkt bleiben.
Schon das klassische Lehrbuch der oralen Pathologie von G. V. Black beschrieb solche schmerzlosen Aushöhlungen als „Knochenkaries“ oder „chronische Ostitis“. Das Phänomen ist also keineswegs neu – es wird in der modernen Zahnmedizin nur zu selten beachtet.
Wenn der Gesichtsschmerz keinen „Befund“ hat
Viele Patienten mit chronischen, scheinbar grundlosen (idiopathischen) Gesichtsschmerzen tragen in Wahrheit eine verborgene Knochenmarksischämie in sich. Typisch sind:
- lokale Druckschmerz-Bereiche in einem Kieferquadranten,
- einseitige, teils „blitzartige“ Schmerzattacken (ähnlich einer Trigeminusneuralgie),
- Zusammenhänge mit Migräne auf derselben Seite,
- Areale mit erhöhter Schleimhauttemperatur über dem betroffenen Knochen.
Diese Beschwerden entstehen durch eine neurogene Entzündung – die feinen Nerven im Knochen werden durch das chronisch erkrankte Knochenmark dauerhaft gereizt.
Warum NICO so oft übersehen wird
Das gewöhnliche Zahnröntgen zeigt vor allem feste Strukturen – eine „trockene Fäulnis“ im Mark des Knochens stellt es kaum dar. NICO-Bereiche entstehen besonders gern dort, wo eine Extraktionswunde nicht richtig ausgeheilt ist, oder im Umfeld toter und wurzelgefüllter Zähne. Genau hier schließt sich der Kreis zur ganzheitlichen Zahnmedizin: Ein scheinbar „erledigter“ Zahn oder eine alte Zahnlücke kann zum stillen Störfeld werden, das den gesamten Organismus über die Grundregulation belastet.
So spüren wir NICO in Düsseldorf auf
Weil das klassische Röntgen an seine Grenzen stößt, setzen wir auf eine erweiterte, ganzheitliche Diagnostik:
- 3D-Röntgen (DVT) zur räumlichen Darstellung der Knochenstruktur,
- bildgebende Verfahren wie die Szintigraphie, die „heiße Spots“ erhöhter Stoffwechselaktivität sichtbar machen,
- der selektive Betäubungstest: Verschwindet der Schmerz nach lokaler Betäubung des Areals, bestätigt das den Zusammenhang,
- Blutanalyse auf stille Entzündungsmarker und Hinweise auf eine Gerinnungsneigung.
Behandlung: den Herd entfernen, die Heilung ermöglichen
Die dauerhafte Linderung gelingt erfahrungsgemäß, wenn das erkrankte Knochenmark schonend und vollständig entfernt wird – ohne die gesunden Nerven zu schädigen. Wir arbeiten dabei mit besonders gewebeschonenden Verfahren wie der Piezochirurgie (Ultraschall) und reinigen das Knochenfach gründlich, damit echtes, durchblutetes Gewebe nachwachsen kann.
Begleitend stärken wir – ganz im Sinne der biologischen Medizin – die Durchblutung, die Entgiftung und das Grundregulationssystem, damit der Knochen sauber ausheilt und kein neues Störfeld entsteht.
Sie suchen seit Langem nach einer Ursache?
Wenn Sie unter chronischen Gesichts- oder Kieferschmerzen leiden, für die sich „kein Befund“ finden lässt, lohnt sich der gezielte Blick auf den Kieferknochen. In unserer ganzheitlich ausgerichteten Praxisklinik im Zentrum von Düsseldorf gehen wir solchen verborgenen Störherden konsequent auf den Grund. Sprechen Sie uns an – oft liegt die Lösung dort, wo bisher niemand gesucht hat.
Ihr Dr. Hansjörg Lammers