Wenn der Zahnarzt auch Umweltarzt ist: Gentests, Schwermetalle und die Kraft natürlicher Zahnmedizin
Wie ein ganzheitlicher Ansatz chronisch kranken Patienten helfen kann – und warum Ihr Gebiss mehr über Ihre Gesundheit verrät, als Sie denken.
In der konventionellen Medizin gilt der Zahnarzt als Spezialist für Zähne und Kiefer – nicht mehr und nicht weniger. Doch wer in der ganzheitlichen biologischen Zahnmedizin denkt, erkennt schnell: Der Mund ist kein isoliertes System. Er ist ein Spiegel des gesamten Körpers – und manchmal der Ursprung chronischer Erkrankungen, die scheinbar nichts mit den Zähnen zu tun haben.
Genau hier setzt die Arbeit eines Bio-Zahnarztes wie Dr. Hansjörg Lammers aus Düsseldorf an. Er behandelt schwerpunktmäßig umweltmedizinisch belastete und schwermetallbelastete Patienten – und hat dafür einen ungewöhnlichen Verbündeten in seiner Praxis: den Gentest.
Warum ein Gentest beim Zahnarzt?
Was zunächst überrascht, ergibt aus der Perspektive der natürlichen Zahnmedizin vollkommen Sinn. Lammers beobachtete in seiner Praxis, dass Ausleitungstherapien – etwa nach der Entfernung von Amalgamfüllungen – bei verschiedenen Patienten sehr unterschiedlich wirkten. Manche Patienten wiesen trotz intensiver Behandlung noch nach Jahren hohe Quecksilberdepots im Körper auf.
„Eine Patientin hatte trotz intensiver Ausleitung noch nach mehreren Jahren 25-fach erhöhte Quecksilberwerte – mit Symptomen wie Schuppenflechte und wandernden Gelenkschmerzen. Der Gentest erklärte, warum: Zwei entscheidende Entgiftungsgene waren bei ihr nicht angelegt."
Der Gentest gibt Auskunft darüber, wie gut ein Patient Umweltgifte und Schwermetalle abbauen kann – eine Information, die für die Therapieplanung in der ganzheitlichen Zahnmedizin von zentraler Bedeutung ist.
Die drei Entgiftungsenzyme im Fokus
Untersucht werden drei Enzyme, die dafür zuständig sind, wasserunlösliche Fremdstoffe aus dem Körper zu schleusen:
Phase I
Cytochrom P450 1A1
Baut lipophile Fremdstoffe in der Zellmembran ab – u.a. das krebserregende Benzopyren aus Zigarettenrauch.
Phase II
Glutathion-S-Transferase (GSTM1)
Macht toxische Zwischenprodukte aus Phase I löslich und damit ausscheidbar.
Phase II
N-Acetyltransferase
Arbeitet eng mit GSTM1 zusammen – essenziell für die Ausleitung verschiedenster Umweltgifte.
Ist eines dieser Gene nicht vollständig angelegt, „benutzt das Gift die Überholspur", wie Lammers es anschaulich beschreibt: Die Leber wird mit dem Schadstoff konfrontiert, kann ihn aber nicht adäquat abbauen. Das Gift wird stattdessen ins Bindegewebe eingelagert – der „Verschlackungshalde" des Körpers.
Der Mund als Giftquelle – ein unterschätztes Problem
Ein zentrales Thema in der ganzheitlichen Zahnmedizin ist die Belastung durch Dentalwerkstoffe. Ein eindrucksvolles Fallbeispiel aus der Praxis: Ein Patient mit hochgoldigem Zahnersatz zeigte im Ruhespeichel 26-fach erhöhte Goldwerte – und bei genauerer Untersuchung auch stark erhöhte Werte für Kobalt, Palladium, Platin und Silber. Der tägliche „Elektronencocktail" aus Lötverbindungen und Legierungen führte bei ihm zu ausgeprägten neurologischen Symptomen: schwere Depressionen, extreme Konzentrationsschwäche.
Bedenkt man, dass ein Mensch täglich bis zu zwei Liter Speichel produziert, wird klar, welche Mengen dieser Metalle dauerhaft im Körper landen können – besonders bei genetisch schwachen Entgiftern.
Ganzheitliche Therapie statt Symptombekämpfung
Was unterscheidet einen Bio-Zahnarzt von einem konventionellen Zahnarzt? In erster Linie der Blick auf den ganzen Menschen. Die Therapie bei Lammers umfasst:
Darmreinigung als Basis – damit Medikamente und Nährstoffe überhaupt aufgenommen werden können. Dann folgen orthomolekulare Nährstoffergänzungen, die je nach Belastungstyp (Schwermetalle, Lösungsmittel oder Pflanzenschutzmittel) individuell zusammengestellt werden. Akupunktur und Magnetfeldtherapie begleiten den Prozess und steigern die Entschlackungsrate.
Das Ziel der natürlichen Zahnmedizin ist nicht die Reparatur, sondern die Prävention: Chronische Erkrankungen erkennen und verhindern, bevor sie kostspielig und belastend werden.
Vorsorge statt Nachsorge – der Kern der biologischen Zahnmedizin
Einer der größten Vorteile des genetischen Screenings liegt in der Prophylaxe. Wer weiß, welche Stoffe sein Körper schlecht abbaut, kann gezielt Vermeidungsstrategien entwickeln. Ein Patient ohne funktionsfähiges Cytochrom P450 sollte beispielsweise besonders konsequent auf den Kontakt mit Benzopyren – etwa durch Zigarettenrauch oder verkohlte Speisen – verzichten.
Lammers ist überzeugt: Gentests gehören zur Zukunft der ganzheitlichen Zahnmedizin. Die flächendeckende Anwendung scheitert derzeit noch an den Kosten – doch die Forschung schreitet voran.
Was bedeutet das für Sie als Patient?
Wenn Sie chronische Beschwerden haben, die sich konventionell nicht erklären lassen – Gelenkschmerzen, Erschöpfung, Hautprobleme, Konzentrationsschwäche – lohnt sich ein Blick in den Mund. Ein erfahrener Bio-Zahnarzt mit umweltmedizinischem Schwerpunkt kann dabei helfen, Zusammenhänge aufzudecken, die in einer Standardpraxis unsichtbar bleiben.
Die ganzheitliche biologische Zahnmedizin betrachtet den Körper als das, was er ist: ein vernetztes System, in dem jeder Teil jeden anderen beeinflusst. Ihr Zahnarzt kann – und sollte – auch Ihr Umweltarzt sein.
Haben Sie Fragen zur ganzheitlichen Zahnmedizin oder möchten Sie mehr über biologische Therapieansätze erfahren? Sprechen Sie uns an.